Der kapriziöse Frühburgunder…

Der Frühburgunder ist ein kapriziöses Wesen: zickig im Anbau, seine Fäulnisanfälligkeit bei früher Reife ist legendär und auch im Keller will er mit Vorsicht und Verstand gepflegt werden.
Doch wenn alles gelingt, kommen herrlich samtige Weine mit einer den Spätburgundern ähnlichen Frucht heraus, doch beim Frühburgunder scheint oft alles irgendwie eleganter und ätherischer zu sein.
Ein exemplarisches Beispiel für einen gut gereiften – verkostet im Oktober 2017 – Frühburgunder war diese 2010er-Flasche der Selection Rheinhessen aus dem Weingut Bettenheimer in Ingelheim, dessen Inhaber Jens Bettenheimer einen klaren Qualitätskurs fährt, dabei behutsam Neuerungen mit Traditionsbewußtsein verbindet und mittlerweile zu den Toperzeugern in Rheinhessen gehört.

 


Der Weinbeschreibung auf dem Rückseitenetikett ist nicht viel hinzuzufügen, doch die Karamellnoten hatten subtilen Tertiäraromen, sanften Tanninen und einer reifen, aber nicht überreifen Beerenfrucht Platz gemacht und dem Wein insgesamt zu noch mehr Komplexität und würdevoller Eleganz verholfen. Nicht nur in der Jugend betören diese Weine also, in den Händen eines guten Winzers können auch gut lagerfähige Weine entstehen.

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